Termine 2020

 

Mitgliederversammlung

 

Die aufgeschobene Mitgliederversammlung 2020 ist am 01. Oktober 2020 um 17 Uhr im Domzentrum Geisenheim durchgeführt worden.

Die Ergebnisse der dort durchgeführten Nachwahlen zum Vorstand (1. und 2. Vors., Schatzmeisterin) sind in der Rubrik "Die Gesellschaft/Vorstand" ersichtlich.

 

Corona-bedingt entfallen war sowohl der ursprüngliche Termin der Mitgliederversammlung am

17. März 2020, 17 Uhr

als auch der Vortrag:

Die Großfamilie der Herren von Stockheim

17. März 2020, 19 Uhr

 

Ebenso entfallen war die Herbst-Exkursion.

 

Termine 2021 werden ggf. rechtzeitig bekannt gegeben.


Vortrag - Dienstag, 21. Januar 2020, 19 Uhr

Ekkehard Kuhn (Eltville)

Teaser Schlesien

Die Reisen des ZDF-Autors in seine Heimat Schlesien

Ekkehard Kuhn, der in Görlitz die Oberschule besucht und sein Abitur abgelegt hat, untermauert die Schönheit seiner schlesischen Heimatstadt, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs an der polnischen Grenze liegt. Fast 4.000 Bauten stehen hier unter Denkmalschutz.
Das historische Land Schlesien liegt heute auf dem Gebiet von drei Staaten: Westlich der Görlitzer Neiße der deutsch gebliebene Teil. Östlich des Flusses ist Schlesien polnisch. Zu Tschechien gehört das frühere Österreichisch-Schlesien. Heute ist Schlesien auf dem Weg, politisch, wirtschaftlich und kulturell wieder zu einer der wichtigen europäischen Regionen zu werden.
Breslau, die Hauptstadt Schlesiens, mit ihrer vielfältigen Geschichte, ihrer trotz der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg reichen Bausubstanz aus Gotik und Barock, Jugendstil und Moderne ist für den Autor die interessanteste Stadt in Mitteleuropa. Der Ring von Breslau ist einer der größten und schönsten Marktplätze in Europa.
ZDF-Redakteur Ekkehard Kuhn hat seine schlesische Heimat mehrfach bereist. Er zeigt Ausschnitte aus seinen preisgekrönten Filmen, liest aus seinen Begleitbüchern, zeigt Fotos und stellt alles in einen aktuellen Rahmen.


Vortrag - Dienstag, 18. Februar 2020, 19 Uhr

Dr. Maria Halbritter (Dießen am Ammersee)

Teaser Halbritter

Politische Konflikte eines Unpolitischen
Stationen aus dem Leben von Pfarrvikar Anton Halbritter 1896-1954

Es war keineswegs ein unscheinbares Leben, das Anton Halbritter als Seelsorger in der Kriegs- und Krisenzeit des 20. Jahrhunderts geführt hat. Mit den einschneidenden Erfahrungen eines Freiwilligen beim Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg studierte Halbritter Theologie. Seine Tätigkeit als Jugendseelsorger im Rheingau in den Jahren der Weimarer Republik war verbunden mit dem besonderen Engagement für eine Reform der Liturgie durch Choralgesang, der die Gemeinde an der Liturgie beteiligen sollte.
Als Religionslehrer und Jugendpfarrer geriet er, der stets klar und seinen Überzeugungen entsprechend konsequent handelte, nach 1933 verstärkt in Konflikte mit örtlichen Vertretern des nationalsozialistischen Staates. Seine Tätigkeit als Seelsorger in der Heilanstalt Eichberg schließlich forderte seine Bereitschaft zur Widerständigkeit besonders heraus, als erkennbar wurde, dass das rassenpolitische Programm zur "Vernichtung unwerten Lebens" führte.
Die Biographie zeigt, wie ein zunächst unpolitischer Jugendlicher, der es sich zum Ziel gesetzt hat, sein Leben ganz der christlichen Caritas zu widmen, die Erfahrung macht, dass ein konsequentes Eintreten für seine Überzeugung zu Konflikten führt, die den Seelsorger zwangsläufig zum politisch Handelnden machen.


Vortrag - Dienstag, 17. März 2020, 19 Uhr

Herbert Ujma (Walluf)

Teaser Stockheim

Die Großfamilie der Herren von Stockheim
Längst ausgestorben – doch ihre Rheingauer Ära bleibt präsent

Im Gegensatz zu den Herren von Schönborn, die in den Freiherren- und dann in den Grafenstand erhoben wurden, sind die "Herren von Stockheim" im niederen Adel verblieben und zudem 1702 im Mannesstamm erloschen. Jedoch hatten sie im Rheingau, besonders in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Beachtliches geleistet, u. a. als kurmainzische Vizedome des Rheingaus.
Der Vergleich mit der Familie von Schönborn ergibt sich zwangsläufig daraus, dass das "Schloss Schönborn" genannte Anwesen in Geisenheim als Stockheimer Hof errichtet worden war. Die Familie von Stockheim hatte ihn 1555 erbaut und 1652 an die Herren von Schönborn verkauft, die ihn kaum 25 Jahre als Wohnsitz nutzten. Allerdings ist es noch heute im Schönborn'schen Besitz.
Weitere Schauplätze des Wirkens der Herren von Stockheim waren Mainz, Heidesheim, Frauenstein, Idstein, Usingen und Friedberg. Als ursprünglich kurpfälzisches, später Nassauisches Lehen hatten sie das Stockheimer Gericht bei Usingen inne. Ob hier bzw. im Stockheimer Hof in Usingen der Ursprung der Herren von Stockheim liegt, ist jedoch nicht sicher.


Mitgliederversammlung - 17. März 2020, 17 Uhr

 

Die jährliche Mitgliederversammlung findet am 17. März 2020 um 17:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Rüdesheim statt.


 

Termine 2019 (Rückblick)

 

 

Vortrag - Dienstag, 22. Januar 2019, 19 Uhr

Dr. Renate Quermann (Eltville)

CHK-Foto Rheinsteig Rüd

Der Rheingau - eine Kulturlandschaft auf dem Weg in die Unkultur?

Jahrhundertelang hat sich der Charakter dieser Kulturlandschaft mit seinem Fluss, den vom Weinbau geprägten Ortschaften, den Wirtschaftswegen zum Kloster Eberbach, den mit Rebstöcken kultivierten Tälern und Hügeln sowie seinen hochwertigen Kulturdenkmälern erhalten. Der Kamm des Rheingaugebirges mit dem einzigartigen Hinterlandswald bildet eine natürliche Grenze und komplettiert das Ensemble. Bis Ende des 20. Jahrhunderts rang man im Rheingau um ein Konzept zur Belebung des Tourismus und den märchenhaften Rheingau aus seiner Selbstgenügsamkeit zu wecken.

Doch in den letzten zwanzig Jahren hat sich diese Entwicklung im Rheingau verselbstständigt: Der Hunger des Rhein-Main-Gebietes nach Wohnraum und Naherholung führte zu einem rasch wachsenden Siedlungsdruck und zu einem "Overtourism". Jetzt fallen immer mehr Weinberge einer Wohn- und Gewerbebebauung zum Opfer, und Winzer werden zunehmend zu Aussiedlern, die ihre Aktivität mit überdimensionierten Vinotheken und Terrassen bzw. Gaststätten aus dem Ortsbereich in die Weinberge verlegen. So wandelt sich das Bild der Landschaft - wann wandelt sich der Charakter der Region?
Im Vortrag von Frau Dr. Renate Quermann werden diese Entwicklung und die bisherigen Lösungsansätze zum Schutz der Kulturlandschaft beleuchtet, aber auch die Ursachen für das Scheitern dieser Bemühungen hinterfragt. Anhand von Recherchen und Erfahrungen aus anderen Regionen werden Perspektiven dargestellt, wie man mit unserer Kulturlandschaft behutsam umgehen kann. 

 

Vortrag - Dienstag, 19. Februar 2019, 19 Uhr

Hans-Ulrich Dombrowsky (Geisenheim)

Illu-Dombrowsky

Der Kammerforst - Zur Geschichte eines uralten Wirtschaftswaldes

Das Waldstück liegt zwischen Assmannshausen und Lorch. Im Jahre 983 schenkte Kaiser Otto II. dem Erzstift Mainz den Kammerforst, der nun über Jahrhunderte in kurmainzischem Besitz blieb. 1761 hat der kurmainzische Geschworene Geometer Andreas Trauttner aus Rüdesheim den Wald vermessen und auf dieser Grundlage 1768 eine reich verzierte Prachtkarte gezeichnet. Bei den Vermessungen ging es zunächst um die Festlegung von Grenzen und um strittige Waldbezirke, dann aber stand die forstwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund: Zum Beispiel das Ausweisen von Waldwiesen und Holzschlägen, die an einzelne Interessenten verpachtet werden sollten. Wie hat sich der Wald seitdem entwickelt? Welche Bedeutung und Funktionen hat er seitdem für den Menschen?
Heute ist der Kammerforst Teil des Staatsforstes Rüdesheim. Prägende Baumarten sind die Buche, die Eiche, die Fichte und die Douglasie. Zu den Aufgaben des Forstamtes Rüdesheim gehören u.a. der Naturschutz, die natürliche Waldverjüngung, die forstliche Waldpädagogik und die Jagd.
Forstdirektor a. D. Hans-Ulrich Dombrowsky, ehemaliger Leiter des Forstamtes Rüdesheim, zeigt auf, welche historischen Zeugnisse es in diesem Waldgebiet noch gibt, wie lange und wie dieser Wald forstlich schon genutzt wird und welche Funktionen er als ein die Rheingauer Kulturlandschaft prägendes Element außerdem noch bis heute erfüllt.

 

Vortrag - Dienstag, 26. März 2019, 19 Uhr

Mathias Borm (Eltville)

Teaserbild Borm-Vortrag

Rheingold – Goldener Rheingau?

Zu allen Zeiten waren und sind die Menschen vom Gold fasziniert – einem Sinnbild für Schönes, Einmaliges und ein Symbol der Macht und des Reichtums. Es ist ein seltenes, wertvolles und unvergängliches Metall, das der Verwitterung widersteht. Silber wird grau, Kupfer grün und Eisen verrostet. Gold aber bleibt unverändert erhalten.
Speziell "Rheingold" elektrisiert, wird der Begriff doch mit vielen Dingen, ins- besondere mit dem Schatz der Nibelungen in Verbindung gebracht. Bereits die Kelten und Römer erkannten, dass der Rhein Gold in seinem Geschiebe mitführt. Wo aber ist der Rhein goldführend und warum? Goldfunde im Rhein sind an vielen Orten möglich. Eine Rheinreise besonderer Art auf den Spuren des Goldes führt uns von den Quellen in der Schweiz bis zum Mittelrhein.
Und letztlich ist dann noch die Frage zu klären, ob auch im Rheingau Gold zu finden ist. Schwerpunkt des Vortrags ist nicht das Zusammentragen von wissenschaftlichen Ausarbeitungen. Im Mittelpunkt stehen die eigenen Erfahrungen und Funde des Referenten.

 

Mitgliederversammlung - 26. März 2019, 17 Uhr

 

Die diesjährige Mitgliederversammlung fand am 26. März 2019 um 17:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Rüdesheim statt.


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Exkursion 
in das Thermalheilbad Bad Ems und in das Kleinkastell Pohl
Samstag, 11. Mai 2019

 

Nähere Informationen enthält das Info-Blatt (bitte anklicken).

 

Vortrag - Dienstag, 24. September 2019, 19 Uhr

Peter Josef Bahles (Kaub)

Flaschenhals

Geschichte und Geschichtchen zum Freistaat Flaschenhals

Der Kauber "Freistaat Flaschenhals", der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, ist ein historisches Kuriosum im Gefolge des verlorenen Ersten Weltkriegs. Amerikaner, Engländer und Franzosen besetzten das linke Rheinufer und richteten rechtsrheinisch Brückenköpfe ein um die Städte Mainz, Koblenz und Köln. Man schlug einfach mit dem Zirkel jeweils einen Kreis um Mainz und Koblenz, um die Zugehörigkeit der jeweiligen Gemeinden festzulegen. Aber leider waren die Zirkelschläge zu knapp berechnet, so dass zwischen beiden ein "Niemandsland" frei blieb, das die Form eines "Flaschenhalses" hatte, und schon war der Weg frei zum "Freistaat Flaschenhals".
Der Referent Peter Josef Bahles, Präsident und Mitbegründer der Freistaat-Flaschenhals-Initiative, beschäftigt sich in seinem Vortrag einleitend mit der Entstehung des Phänomens "Flaschenhals" und der Besetzung des Gebietes durch die Franzosen und der Verhaftung bzw. Ausweisung der Kommunalbeamten. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen steht aber das konkrete Leben der Bewohner des "Freistaates". Wie haben sie in dieser Zeit gelebt, was haben sie erlebt? Wie war die Versorgung mit Lebensmitteln? Wie waren die Beziehungen und Verbindungen zum Umland? Schmuggel und Tauschgeschäfte waren an der Tagesordnung.

 

Exkursion 
nach Friedberg/Wetterau
Samstag, 12. Oktober 2019

 

Nähere Informationen enthält das Info-Blatt (bitte anklicken).

 

Vortrag - Dienstag,15. Oktober 2019, 19 Uhr

Walter K. Hell (Oestrich-Winkel)

Beerdigungskrug

Das Memorbuch der jüdischen Gemeinde Oestrich und die Statuten der Beerdigungsbruderschaft
Memorbücher sind das Gedächtnis einer jüdischen Gemeinde. Das Memorbuch der jüdischen Gemeinde Oestrich, das auch Juden aus anderen jüdischen Gemeinden des Rheingaus nennt, wurde mit dem Entstehen der Rheingauer Landjudenschaft im 17. Jahrhundert begonnen und wurde bis etwa 1830 geführt. Das in Hebräisch und Jiddisch verfasste Memorbuch liegt nun endlich transkribiert in deutscher Sprache vor. Damit ist uns eine einzigartige Quelle zur Geschichte der Rheingauer Landjudenschaft zugänglich geworden.

 

Vortrag - Dienstag, 12. November 2019, 19 Uhr

Helga Simon (Eltville)

Haus Rheinblick

Prachtvolle Villen in der Rheingauer Uferlandschaft

Im 19. und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden an der "Rheingauer Riviera" viele prächtige Villen und Landsitze. Angeregt durch die damals beginnende Rheinromantik waren es Adelsfamilien, die sich im Rheingau niederließen, Burgen und Schlösser erwarben, diese sanierten und wieder bewohnbar machten, zum Teil auch erweiterten und sich so einen repräsentativen Wohnsitz schufen. Später waren es dann auch durch die Industrialisierung reich gewordene Millionäre, die sich am schönen Rhein ansiedelten. Sie beauftragten bedeutende Baumeister, Architekten, Hand werksmeister und Gartenkünstler, die nach ihren Angaben luxuriöse Gebäude errichteten, die mit parkähnlichen Gärten umgeben waren. Die Weltkriege setzten diesem Bauboom ein Ende. Kriegs- und Nachkriegszeiten brachten wesentliche Veränderungen mit sich.
Heute ist keines der Anwesen noch im Besitz der Familie der ursprünglichen Erbauer. Die Gebäude wurden aber in den letzten Jahren zum Teil aufwendig saniert und künden noch immer vom Reichtum und Kunstsinn der einstigen Besitzer. Die Referentin möchte mit ihrem Vortrag an einigen Beispielen die Glanzzeiten beschreiben, aber auch die Veränderungen aufzeigen, die die Häuser und ihre Besitzer im Laufe der Zeit erfahren mussten. Sie gestaltet ihre Ausführungen mit einer Reihe hervorragender Aufnahmen, die die historischen Anwesen wieder lebendig werden lassen.

 


Termine 2018 (Rückblick)

 

Vortrag - Dienstag, 23. Januar 2018

Prof. Dr. Leo Gros (Geisenheim)

200 Jahre Psychiatrie - Eberbach - Vom Klosterhospiz zur Irrenanstalt

2015 feierte die Vitos-Klinik ihr 200-jähriges Bestehen. Sie entstand aus der 1815 eröffneten „Irrenanstalt“, die das Kloster 30 Jahre später verließ, um auf den benachbarten Eichberg umzusiedeln. Wie konnte im Kloster Eberbach eine „Irrenanstalt“ entstehen? Diese „Nachnutzung“ der dem Herzog von Nassau übertragenen „Immobilie“ war nicht selbstverständlich: Drei historische Entwicklungspfade kreuzten sich Anfang des 19. Jahrhunderts an diesem besonderen Ort: die europäische Geschichte, die Entwicklung der Medizin und die Regionalgeschichte. In den Jahren 1805 bis 1815 laufen sie dennoch nicht geradlinig auf Eberbach als Sitz einer solchen Einrichtung zu, wie das zeitgenössische Pro und Contra zeigt, das im Vortrag skizziert wird. Auch die Beobachtungen von drei Besuchern der „Irrenanstalt“ in den 30er und 40er Jahren des 19. Jahrhunderts kommen zur Sprache. Am Ende sollen einige Gedankensplitter Hinweise dazu geben, wie Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts mit diesem „Erbe“ umgingen und umgehen - ist es uns kostenträchtige Last oder Tradition und Auftrag? 

 


Vortrag - 27. Februar 2018

Werner Kremer (Kiedrich)

Neue Einblicke in die Baugeschichte und Ausstattung der Basilica minor in Kiedrich

Die Basilica minor, ein „Schatzkästlein der Gotik“ ist ein Glücksfall für den Rheingau und speziell für Kiedrich.

Äußere Ereignisse, wie Erdbeben, Kriege oder andere Fremdeinwirkungen, haben dieses Gotteshaus nicht zerstört, sodass wir heute einen Kircheninnenraum erleben, der im Wesentlichen in der Zeit von 1330 bis 1500 entstanden ist.

Grundlage des Vortrags ist der jüngst vom Referenten herausgegebene Kirchenführer, der als individueller Begleiter für einen Rundgang konzipiert ist.

Die Ansammlung von Ausstattungselementen erstreckt sich über den Zeitraum von 1330 bis in die Neuzeit und umfasst über einhundert Objekte, die dem Betrachter die Glaubens- und Gefühlswelt des Mittelalters von der Gotik bis zur Spätgotik nahe bringen, aber auch barocke Elemente und heutige Vorstellungen berühren. Bisher nichtgezeigte Detailaufnahmen und Einblicke in die Steinmetz- und Meisterzeichen bilden eine besondere Bereicherung des Vortrags.

Näheres siehe: Aktuelles / Vorträge


Vortrag - Dienstag, 27. März 2018

 

Elke Detmann (Walluf)

Die Entstehung der evangelischen Kirche von Walluf

Die evangelische Heilandsgemeinde Walluf verdankt ihre Existenz und heutige Gestalt einer ungewöhnlichen Entstehung:

In ihrer Anfangszeit Ende des 19. Jahrhunderts musste sich die Gemeinde zwanzig Jahre mit einem Betsaal im Stadionschen Hof in der Kirchgasse (Niederwalluf ) behelfen. Als der Hausbesitzer diesen Raum und die Wohnung des Küsters zurück forderte, landeten die Querelen zwischen dem Hauseigentümer und der evangelischen Gemeinde sogar vor dem Richter.

Der einzige Ausweg aus dieser verfahrenen Situation war der Bau einer eigenen Kirche. Am 2. Mai 1902 wurde damit begonnen, und schon am 26. Oktober 1902 konnte die Einweihung gefeiert werden. Die 261 (!) evangelischen Gemeindemitglieder brachten viel an Kraft und Geld für ihre Kirche auf. Auch die fast unglaubliche Baugeschichte verdient es, genauer betrachtet zu werden. Heute ist die Heilandsgemeinde eine sehr lebendige Gemeinde. Es lohnt sich, sie näher kennen zu lernen.


Mitgliederversammlung - 27. März 2018

 

Unsere nächste Mitgliederversammlung

findet am 27. März 2018 um 17:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Rüdesheim statt. Alle Mitglieder erhalten rechtzeitig eine schriftliche Einladung mit der Tagesordnung.
 

 

Vortrag - Dienstag, 25. September 2018

Dr. Heidrun Ochs (Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz)

Johannes Gutenberg – ein Patrizier im spätmittelalterlichen Mainz

2018 feiert die Landeshauptstadt Mainz ein Gutenbergjubiläum. Es jährt sich sein Todesjahr zum 550sten Mal. Seine Erfindung, der Druck mit beweglichen Lettern, legte das Fundament zur modernen Massenkommunikation. Mit Recht haben daher amerikanische Journalisten 1999 den Mainzer zum "Mann des Jahrtausends" erklärt.
Mannigfach sind seine Bezüge zu Eltville im Rheingau. Als es 1411 in Mainz zu Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Zünften kam, musste der junge Henchen Gutenberg (*um 1400) mit seinen Eltern wahrscheinlich kurzfristig nach Eltville fliehen, wo man aus mütterlichem Erbe ein Haus an der Ringmauer besaß. In Eltville hat der Mainzer Kurfürst Adolf von Nassau 1465 die Urkunde unterzeichnet, in der er Gutenberg zum "Hofmann" erhebt. Ob Gutenberg auch an der Einrichtung einer frühen Druckerei in Eltville beteiligt gewesen ist, lässt sich zwar nicht dokumentarisch belegen, kann aber aufgrund einer Reihe von Umständen angenommen werden.

Aufgrund dieser wenigen Einzelheiten scheint man Johannes Gutenberg einigermaßen zu kennen. Zu seiner Person selbst sind jedoch nur wenige zufällige Schlaglichter bekannt. Sicher ist dagegen, dass er als Sohn des Friele Gensfleisch zum Kreis der Mainzer Patrizier zählte.
Was aber machte patrizisches Leben im spätmittelalterlichen Mainz aus? Welche Rolle spielten Familien, Stadtgemeinde, Stadtherr und das Umland und hierbei insbesondere der Rheingau im Leben der patrizischen Familien? Die Referentin möchte in ihrem Vortrag diesen Fragen nachgehen, um sich so der historischen Person Johannes Gutenbergs zu nähern.

 

Vortrag - Dienstag, 16. Oktober 2018

Oliver Matthias (Geisenheim)

150 Jahre Sektkellerei Hoehl

Im Jahr 1868 gründeten die Gebrüder Hoehl im heutigen Oestrich-Winkel eine kleine Sektkellerei, welche bereits wenige Jahre später nach Geisenheim verlegt werden musste. Dort wuchs das Unternehmen und gehörte um die Jahrhundertwende bereits zu den bedeutendsten Schaumweinproduzenten Deutschlands. "Hoehl-Sekt" war Kult, und die Erfolgsmarke "Kaiserblume" gehörte zu den Lieblingsgetränken am preußischen Hof in Berlin.
In Form einer historischen Spurensuche rekonstruiert der Geisenheimer Stadtarchivar Oliver Mathias anhand der wenigen noch vorhandenen Quellen den bewegten Aufstieg des Unternehmen, das im Jahr 1917 an den Eltviller Konkurrenten M&M verkauft wurde. 

 

 

Vortrag - Dienstag, 20. November 2018

 

Dagmar Söder (Hess. Landesamt für Denkmalpflege Wiesbaden-Biebrich)

Der Rheingau im Werk des Frankfurter Malers Carl Theodor Reiffenstein

Carl Theodor Reiffenstein (1820-1893), deutscher Architekt und Landschaftsmaler der Romantik, ist in Frankfurt geboren. Schon mit zehn Jahren hatte er Malkenntnisse, die ausreichten, dass er für Graphikhändler Stiche und Lithographien handkolorieren konnte. Als Dreizehnjähriger verließ er mit Erlaubnis seines Vaters vorzeitig die Schule und schrieb sich in der Städelschule ein zunächst mit dem Ziel, Architekt zu werden. Auf ausgedehnten Studienreisen zunächst in den Taunus, aber auch bis in die Schweiz und nach Italien sammelte er Landschaftsmotive, die er zu stimmungsvollen Landschaftsbildern gestaltete. So erhielt er den Beinamen eines "malenden Dichters".

Seine Aufzeichnungen und Bilder sind mit Abstand die wertvollste Quelle für das Leben in der Frankfurter Altstadt im 19. Jahrhundert.

Aber auch den Rheingau hat er immer wieder besucht und dabei viele Motive, insbesondere Gebäude und die Rheinlandschaft, festgehalten. Dabei hat er eine Vielzahl von Situationen festgehalten, die heute so nicht mehr existieren. Auf der Grundlage der reichhaltigen Reiffenstein-Sammlung im Städelschen Museum, Frankfurt, veranschaulicht die Referentin den Zustand um die Mitte des 19 Jahrhunderts mit Motiven aus zahlreichen Rheingau-Ortschaften wie Neudorf, Hattenheim, Mittelheim, Geisenheim, Vollrads, Eibingen, Assmannshausen, Lorch u.a. In besonderen Fällen kann sie Vergleiche anstellen mit bisher unveröffentlichten historischen Fotos aus dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen Wiesbaden-Biebrich.